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Stand: 21.01.2015

Pressemitteilung

Das Miteinander fördern

Kirche ist für den Menschen da, nicht für sich selbst. Barmherzigkeit und gelebte Nächstenliebe sind Wesenszüge des gelebten Glaubens. In der caritativen Arbeit vor Ort werden sie sichtbar. „Kirche ist als Kristallisationspunkt für gesellschaftliche und soziale Themen gefragt", sagt Alfred Lauber, Vorsitzender des Ausschusses Caritas & Soziales der Seelsorgeeinheit Bad Krozingen-Hartheim mit ihren acht Pfarrgemeinden. Die Seelsorgeeinheit (SE) hat sich 2012 dafür entschieden, bei der Caritas vor Ort einen Schwerpunkt zu setzen und einen Großteil der Arbeitskraft von Pastoralreferent Georg Klingele für die caritative Arbeit in den Pfarrgemeinden einzusetzen. Auch ihre Räumlichkeiten stellt die SE für soziale Aktivitäten zur Verfügung. Der Ausschuss Caritas & Soziales besteht aus Ehrenamtlichen aller acht Pfarrgemeinden und den Hauptamtlichen Georg Klingele und Kurseelsorger Michael Mayer. Das Gremium versteht sich als „Seismograph", der offen ist für die Nöte der Zeit. Es greift Bedarfe auf, vernetzt sich in die soziale und politische Gemeinde und gibt Impulse. „Schon Ende 2014 war uns klar, dass immer mehr Flüchtlinge zu uns kommen werden, um die wir uns kümmern müssen. Deshalb haben wir die Stadt, die evangelische Pfarrgemeinde und alle caritativen Einrichtungen in Bad Krozingen zu einem Runden Tisch eingeladen", erinnert sich Georg Klingele. Die Stadt Bad Krozingen habe diesen Impuls aufgegriffen und fortan zusammen mit Kirchen und Verbänden die Flüchtlingshilfe vorangetrieben. Letztendlich entwickelte sich aus dieser Initiative der Helferkreis, in dem sich auch zahlreiche Menschen aus der Pfarrgemeinde engagieren.

„Beim Problem der vielen Menschen am Rande der Gesellschaft, die in Bad Krozingens Innenstadt und vor der Kirche auf Parkbänken rumsaßen, hatten wir lange eine eher defensive Haltung", sagt Alfred Lauber, „hier war es die engagierte Bürgerin Birgit Wehrle, die Leute gesucht hat, die helfen wollten und die uns angesprochen hat." Wieder berief der Caritas-Ausschuss einen Runden Tisch ein, gemeinsam mit anderen Engagierten entwickelte man den „TreffBunt", ein offenes Angebot, donnerstags in den Räumen des Albaneums. Hier gibt es ein frisch gekochtes Mittagessen, Spiele, Zeitungen und Zeitschriften, interessierte Menschen mit offenen Ohren und Lebenshilfe. „Manchmal sind wir Motor, manchmal Katalysator", fasst Pastoralreferent Georg Klingele die Rolle der Seelsorgeeinheit zusammen.

Motor war der Ausschuss Caritas & Soziales beim Aktionstag „Zusammen sind wir Heimat", der am 17. September in der Kurstadt stattfinden wird. Zu Beginn des Jahres überlegte man, wie man das Miteinander in den Gemeinden fördern könne und stieß auf die Kampagne „Zusammen sind wir Heimat" der Caritas. „Schnell war uns klar, das braucht es jetzt in unserer auseinanderdriftenden Gesellschaft", sagt Alfred Lauber, „wir wollen ein Zeichen für das Miteinander setzen, einen Tag für alle, die sich für das Miteinander in unseren Gemeinden engagieren". Offensichtlich hat der Ausschuss mit seinem Aufruf einen Nerv getroffen: Inzwischen beteiligen sich 30 Gruppierungen aus Kirchen, sozialen Einrichtungen und Organisationen und Parteien am Aktionstag und haben die Idee „Bad Krozingen tafelt" entwickelt.

An einem gedeckten Tisch unter freiem Himmel zwischen Lammplatz und Schwarzwaldstraße wird es Platz für alle geben. Für Einheimische und Zugezogene, Alte und Junge, für jede und jeden. Egal ob Campingtisch oder Bierbank, die einen bringen Tisch und Stühle, andere Essen und Trinken. Jeder kann sich niederlassen, ins Gespräch kommen und ein Stückchen Heimat fühlen. „Heimat ist nicht nur ein Ort, sondern da, wo sich Menschen begegnen, Heimat ist Beziehung", sagt Georg Klingele. Rund um die Tafel durch Bad Krozingens Innenstadt wird es verschiedene kulturelle Angebote wie Offenes Singen, Kreistänze und eine Ausstellung mit Bildern von Geflüchteten geben. Kreative Angebote für Kinder und Erwachsene wie Spiele von 0 bis 99 Jahren, Kindermalen und eine Luftballonaktion. Ein ökumenischer Gottesdienst, ein Demenzparcours und ein gemeinsamer Infostand aller Gemeinderatsfraktionen zu kommunalpolitischen Themen runden den Tag ab.

Text: Gabriele Hennicke

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