URL: www.caritas-breisgau-hochschwarzwald.de/aktuelles/presse/elder-care-kultursensible-pflege
Stand: 21.01.2015

Pressemitteilung

Elder Care - Kultursensible Pflege

Die HFU (Hochschule Furtwangen University) informierte über deren Erfahrungen aus dem Projekt „Vernetzungsstelle Kultursensible Pflege“. Haupt- und Ehrenamtliche waren dabei und repräsentierten den Personal- Pflegemix der Altenhilfe. Die Referenten, Meltem Sahbaz und Prof. Dr. König von der HFU definierten Migration wie folgt: „Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelunkt räumlich verlegt. Von Internationaler Migration spricht man dann, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht“. In diesem Sinne verstanden, war es ein gemischtes Fortbildungs- und Referenten-Grüppchen, mit dem Hintergrund nationaler und internationaler Migration.

In Deutschland stieg der Anteil von Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mittlerweile von 1 auf 6 % der Gesamtbevölkerung und die ersten Generationen von Migrant/-innen kommen nun zunehmend auch mit Pflegethemen in Berührung. Grund genug für die Mitarbeiter/-innen in der Altenhilfe des Caritasverbandes sich den Fragen zu widmen, was kultursensible Pflege für die Einrichtungen der Altenhilfe bedeuten könnte. 

Die Inhalte der Fortbildung drehten sich um Kommunikation, Religionsverständnis, Unterscheidung Religion und Spiritualität, Migration und deren Auswirkungen auf Gesundheit, und interkulturelle Kompetenz in der Pflege.

Mitgenommen haben die Teilnehmenden vor allem, dass Verschiedenheit ein Vorteil sein kann und die kulturell bedingten Unterschiede ressourcenorientiert betrachtet werden sollten. Das bedeutet eine gezielte Auseinandersetzung mit der Kultur des pflegebedürftigen Menschen ebenso wie die Bereitschaft der Mitarbeitenden über die Kultur zu lernen.

Hilfreiche Methoden sind dabei Simulationen, Rollenspiele und Fallbeispiele. Teambesprechungen mit dem Fokus der kultursensiblen Pflege durchführen- das war ein konkreter Vorschlag aus der Pflege aus dem Kreise der Teilnehmenden. Und Auszubildende und Praktikanten, die aus anderen Kulturen in Einrichtungen arbeiten dazu einladen, z.B. in einer Teambesprechung von ihrer Kultur zu erzählen.

Für Pflegekräfte mit Migrationshintergrund Möglichkeiten der Beratung in seiner Heimatsprache z.B. über Skype anzubieten, oder eine Datenbank anzulegen, die auf die Bedürfnisse von Bewohner/-innen mit Migrationshintergrund abgestimmt sind, wie z.B. Lieder, Musik, Geschichten, oder Koch-Rezepte.

Renate Brender, Koordinatorin in der ambulanten Altenhilfe brachte mit dem Projekt „Pflegebegleitung im Kontext kultursensibler Pflege“ die Thematik in den Fachdienst der Altenhilfe des Caritasverbandes für den Landkreis. Hier ging es darum, russisch-sprachige freiwillige Pflegebegleiter/-innen in ein bestehendes Netzwerk im Markgräflerland zu integrieren, was sehr gut gelungen ist. Aus diesem Projekt ist die Zusammenarbeit mit der HFU erwachsen, und die Idee zu der Fortbildung kultursensible Pflege entstanden.

Die Hochschule Furtwangen steht noch am Anfang der wissenschaftlichen Forschung. Ziel ist es unter anderem, die Ergebnisse möglichst praxisnah Verfügung zu stellen.