Leitbild

Caritas ist konkrete Hilfe für Menschen in Not. Richtschnur ihrer Arbeit sind Weisungen und Beispiel Jesu Christi. Die Hinwendung zu den Hilfebedürftigen und die Solidarität mit ihnen ist praktizierte Nächstenliebe. Sie ist Aufgabe und Verpflichtung eines jeden Christen und zugleich Grundauftrag der Kirche.

Aus christlicher Verantwortung leistet Caritas vielfältige Hilfe mit und für Menschen. Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche wirkt der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald an der Gestaltung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens mit. Durch das Wirken trägt er zur öffentlichen Beglaubigung der kirchlichen Verkündigung bei. Insofern steht der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald auch in der Mitverantwortung für die sozialen Verhältnisse im Landkreis Breisgau-Hoch­schwarzwald. Er lässt sich vom Bild der solidarischen und gerechten Gesellschaft leiten, in der auch Arme und Schwache einen Platz mit Lebensperspektiven finden können.

Das Leitbild des Caritasverbandes für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald formuliert Aufgaben und Ziele, Herausforderungen und Perspektiven. Es dient allen Einrichtungen und Diensten des Verbandes als Orientierung und Richtschnur. Es richtet sich an alle ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und will ihnen die Identifikation mit den Zielen und Aufgaben erleichtern.

Die im Leitbild niedergelegten Grundsätze beziehen sich einerseits auf die gegenwärtige Arbeit und zeigen andererseits zugleich Perspektiven der Weiterentwicklung auf. Die Spannung zwischen Bestehendem und jeweils Anzustrebendem zwingt uns zur ständigen Überprüfung der Aufgaben und unseres Handelns.

Ziele und Aufgaben

Als Wohlfahrtsverband der Katholischen Kirche wirkt der Caritasverband für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an der Gestaltung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens mit.

Wir wenden uns vor allem den Menschen in Not, den Benachteiligten und Schwachen zu, schützen sie nach unseren Kräften vor Ausnutzung, Ausgrenzung oder Vereinsamung, regen ihre Selbsthilfekräfte an und unterstützen sie bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten.

Wir berücksichtigen die Rechte und Bedürfnisse von Frauen und Männern in allen Qualifizierungs- und Beratungssituationen nachhaltig, um für beide Geschlechter Chancengleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen sicher zu stellen.

Wir stärken Eigenverantwortung und Eigeninitiative, achten auf Fachlichkeit und schaffen unserem Gegenüber eine Atmosphäre, in der er vertrauensvoll über seine Nöte sprechen und zu einer Lösung kommen kann.

Wir helfen vorrangig Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld oder in den sozialen Sicherungssystemen keine ausreichende Hilfe finden.

Wir treten gesellschaftspolitischen Entwicklungen entgegen, die zur Benachteiligung von Einzelnen und Familien oder zur Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen führen.

Wir unterstützen notleidende Menschen unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Religion und Aufenthaltsstatus.

Wir werben für solidarisches Handeln auf der Grundlage christlicher Werte, wirken so Tendenzen der Entsolidarisierung entgegen und leisten damit einen Beitrag zum Frieden in der Gesellschaft.

Wir bieten Begleitung und Unterstützung auch da an, wo Leid unaufhebbar ist. Getragen durch die christliche Zuversicht auf ein Leben über den Tod hinaus, begleiten wir die uns anvertrauten Menschen.

In den Häusern unserer stationären Altenhilfe erfahren betagte Menschen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft. Dabei sind uns größtmögliche Selbständigkeit und respektvolle Würdigung der Lebensgeschichte der Heimbewohner ebenso wichtig wie die Achtung der einzigartigen Persönlichkeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Angehörigen.

Theologische Grundlagen

Jeder Mensch ist einmalig als Person und besitzt eine ihm von Gott gegebene unantastbare Würde.

Leitbild unserer Arbeit ist das durch das Neue Testament überlieferte Leben und Wirken von Jesus von Nazareth, der in einmaliger Weise die Botschaft vom mitsorgenden und mitleidenden Gott verkündet. Er hat diese Botschaft vorgelebt und zur unbedingten Nachfolge aufgerufen.

Unser Dienst gehört wie der Gottesdienst und die Verkündigung zum Lebensvollzug der Kirche.

Im Mittelpunkt der christlichen Botschaft steht der von Gott geliebte, insbesondere der hilfebedürftige und benachteiligte Mensch.

Daraus ergibt sich für uns die Verpflichtung, dem Mitmenschen mit Wertschätzung, Offenheit und Toleranz zu begegnen.

Die katholischen Pfarrgemeinden bzw. Seelsorgeeinheiten und die evangelischen Kirchengemeinden sind uns wichtige Partner.

Die Pastoralen Leitlinien unserer Erzdiözese heben die Einheit von Caritas und Pastoral hervor. Wir unterstützen das caritative Handeln in den Seelsorgeeinheiten und bieten den Caritasausschüssen unsere aktive Hilfe an.

Verbandskultur und Dienstgemeinschaft

Die Ziele unserer Arbeit im Sinne von Solidarität und Humanisierung in der Gesellschaft spiegeln sich im Umgang innerhalb der Mitarbeiterschaft durch gegenseitige Wertschätzung, Toleranz, Offenheit, Kritik- und Konfliktfähigkeit wieder.

Eine gute Arbeitsatmosphäre in freundlich gestalteten Räumen ist für uns eine wesentliche Voraussetzung, um gute Arbeitsergebnisse zu erzielen.

Die Entfaltung individueller Qualitäten und Kompetenzen ist erwünscht. Weitere Qualifizierung durch Fort- und Weiterbildung aufgrund sich verändernder dienstbezogener Anforderungen wird erwartet und unterstützt.

Wir sorgen für transparente Verantwortungs-, Entscheidungs- und Arbeitsstrukturen nach innen und außen. Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche werden verbindlich festgelegt.

Der Aufwand von Arbeitsplanung, Organisation und Verwaltungsabläufen steht in effizienter Zuordnung zu den Inhalten und angestrebten Zielen der Arbeit.

Durch einen partizipativen Leitungsstil werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ihren jeweiligen Dienst betreffenden Ziel- und Entscheidungsfindungen beteiligt.

Die Dienstvorgesetzten tragen im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren jeweiligem Arbeitsplatz.

Grundsätze unseres Handelns

Als Verband der freien Wohlfahrtspflege erbringt der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald soziale Dienstleistungen bedarfs-, fach- und sachgerecht.

Fachlichkeit, Eigenverantwortung und Engagement sind Grundlage des Handelns in unseren Diensten und Einrichtungen.

Die Leistungen die der Würde des Menschen Rechnung tragen, werden nach den Grundsätzen der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und unter umweltverträglichen Gesichtspunkten erbracht.

Ein regelmäßiges Überprüfen der Angebote bzw. Dienstleistungen ist unverzichtbar, um flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren zu können.

Wir stellen uns neuen Herausforderungen und arbeiten modellhaft und innovativ.

Unser Handeln machen wir für die Öffentlichkeit transparent.

Wir messen der Zusammenarbeit mit Trägern der öffentlichen Wohlfahrtspflege, anderen sozialen Institutionen und Verbänden, politischen und kirchlichen Gemeinden, Ehrenamtlichen, privaten Initiativen und Selbsthilfegruppen einen hohen Stellenwert zu. Wir sind offen für Kooperationen bzw. betreiben sie aktiv.

Schlussbemerkung

Der Träger und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen gemeinsam die Ziele und Grundsätze dieses Leitbilds in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld um.

Eine regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung des Leitbildes ist ein Teil desselben.

Freiburg, Juli 2012

 

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Leitbild 2012