Im Caritas Seniorenzentrum in Kirchzarten sorgt seit einiger Zeit eine ungewöhnliche Bewohnerin für Aufmerksamkeit: eine interaktive Roboterkatze namens Paula. Wie die Badische Zeitung in einem Beitrag von Autorin Janna Kiesé berichtet, reagiert das flauschige Tier auf Berührungen und Stimmen, bewegt seinen Kopf und kann sogar schnurren oder miauen.
Die technische Katze wurde speziell entwickelt, um mit älteren Menschen - insbesondere mit Demenz - zu interagieren. Sensoren reagieren auf Streicheleinheiten, während eingebaute Funktionen Blickkontakt und Geräusche ermöglichen. Dadurch wirkt das Tier überraschend lebendig und lädt Bewohnerinnen und Bewohner dazu ein, sich mit ihm zu beschäftigen.
Initiiert wurde die Anschaffung von Susanne Frei-Wandel, der Vorsitzenden des Heimbeirats. Nachdem ihre Mutter im Seniorenheim gepflegt wurde, wollte sie der Einrichtung etwas zurückgeben. Durch einen Hinweis aus dem Pflegebereich wurde sie auf sogenannte interaktive Therapietiere aufmerksam. Neben Katzen existieren auch andere Varianten wie Robben, Hunde oder Vögel.
Im Alltag zeigt sich laut Bericht schnell, welche Wirkung Paula entfalten kann. Bewohnerinnen und Bewohner, die sonst eher zurückgezogen wirken, beginnen mit der Katze zu sprechen oder erinnern sich an frühere Haustiere aus ihrem Leben. Die Begegnung mit dem künstlichen Tier kann beruhigend wirken und sogar Spannungen innerhalb einer Gruppe lösen.
Ein Beispiel aus dem Heimalltag zeigt, wie stark dieser Effekt sein kann: Als eine Bewohnerin sehr aufgebracht war, wurde ihr die Roboterkatze auf den Schoß gelegt. Kurz darauf hellte sich ihre Stimmung deutlich auf. Auch wenn der Effekt nicht dauerhaft ist, berichten Mitarbeitende von einer spürbaren Entspannung.
Ein echtes Tier wäre zwar für viele Seniorinnen und Senioren ebenfalls bereichernd, doch im Pflegealltag ist dies häufig schwer umzusetzen. Betreuung, Tierarztbesuche oder Allergien können den Einsatz von Haustieren kompliziert machen. Interaktive Tiere gelten daher als praktikable Alternative.
Die positive Resonanz im Seniorenheim ist so groß, dass inzwischen ein zweites Katzenmodell eingezogen ist. Auch weitere interaktive Tiere sind geplant. Damit möchte die Einrichtung den Bewohnerinnen und Bewohnern noch mehr Möglichkeiten bieten, emotionale Nähe und Erinnerungen zu erleben.
Den vollständigen Artikel von Janna Kiesé finden Sie hier.